Pfarrer Martin Krautwurst

Worte aus der Quarantäne
Pfarrer Martin Krautwurst.
Meran, 18.11.2020

Herr, unser Gott, es herrschen wohl andere Herren über uns als du, aber wir gedenken doch allein deiner und deines Namens. Jesaja 26,13
Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Apg. 5,29

An wem und was orientieren wir uns im Leben? Jeder von uns hat so seine eigenen Vorbilder und Lichtgestalten. Solchen Menschen nachzuahmen fällt meist schwer. Die Stärke eines Mahatma Gandhis, den Mut eines Martin Luther King oder die Barmherzigkeit einer Mutter Teresa wünschen wir uns. Doch wenn es drauf ankommt, ziehen wir die Sicherheit und die Bequemlichkeit vor. Und dennoch kommt keiner daran vorbei, sich seine eigenen Werte und Maßstäbe zu setzen, zumindest in seinen Gedanken und Wünschen. Von wem und was will ich mich leiten und führen lassen?

Vermeintliche Führergestalten gibt es auch heute wieder viele. Menschen, die uns versprechen sorglos und bequem leben zu können, das ist verführerisch. Oft werden uns dabei besondere Werte und Qualitäten zugesagt, die uns von anderen abheben und unterscheiden. In der Vergangenheit ist das immer schiefgelaufen. Auf Kosten anderer zu leben oder den anderen auszugrenzen, erzeugt immer eine Ungerechtigkeit, die wieder auf uns zurückfällt.

Die Losung und der Lehrtext geben uns heute gute Orientierung. „Gott mehr gehorchen als den Menschen…“ heißt: Gesetze, Maßstäbe und Lebensgewohnheiten auf den Prüfstein zu stellen. Jeder Tag gibt uns die Möglichkeit für eine Korrektur des Gewohnten. „Was würde Jesus tun?“ heißt es auf den Armbändern unserer Jugend. Diesem Jesus von Nazareth zu folgen ist nicht immer leicht und manchmal auch unbequem. Aber mit dieser Stärke, diesem Mut und dieser Barmherzigkeit sind Menschen vor uns gut gefahren. Mit ihrer an Gott orientierten Nächstenliebe zählen sie heute nicht ohne Grund als Lichtgestalten und sind gute Vorbilder.

Einen gesegneten Tag wünscht Ihnen, Ihr Pfarrer Martin Krautwurst.